Die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Unternehmen agieren in Märkten, die von hoher Dynamik, zunehmender Komplexität und permanentem Entscheidungsdruck geprägt sind. Effizienz, Anpassungsfähigkeit und Geschwindigkeit gelten als zentrale Erfolgsfaktoren.
Gleichzeitig zeigt sich ein bemerkenswertes Paradox: viele Organisationen verfügen über hochqualifizierte Mitarbeitende, ausgeprägtes Fachwissen und leistungsfähige Strukturen und dennoch entstehen Produktivitätsverluste, Verzögerungen und unnötige Reibungsverluste im Alltag.
Aktuelle internationale Studien machen deutlich, dass diese Verluste nur selten auf fehlende Kompetenz oder mangelnden Einsatz zurückzuführen sind. Weitaus häufiger liegen die Ursachen in Entscheidungsstaus, unklaren Verantwortlichkeiten, dysfunktionaler Zusammenarbeit und einem unzureichenden Umgang mit dem bereits vorhandenen Potenzial im Unternehmen.
Damit verschiebt sich der Kern der Führungsfrage. Nicht ob ausreichend Ressourcen vorhanden sind, sondern wie konstruktiv mit ihnen gearbeitet wird, entscheidet zunehmend über wirtschaftlichen Erfolg.
Der Fokus von Führung verändert sich
Führung im Jahr 2026 entscheidet sich weniger an Methoden, Kontrollmechanismen oder formalen Steuerungsinstrumenten. Sie entscheidet sich an der Fähigkeit, Orientierung zu geben, Entscheidungsräume zu klären und Menschen in ihrer Wirksamkeit zu unterstützen.
In ökonomisch unsicheren Zeiten steigt der Wunsch nach Kontrolle. Neuropsychologisch betrachtet führt jedoch genau dieser Impuls häufig zu gegenteiligen Effekten: Entscheidungsvermeidung, Verantwortungsdiffusion und sinkende Motivation. Das menschliche Gehirn reagiert auf Unklarheit und dauerhaften Druck mit Stressreaktionen, die kognitive Flexibilität, Lernfähigkeit und Kooperationsbereitschaft einschränken.
Wirksame Führung richtet den Blick daher nicht primär auf zusätzliche Maßnahmen, sondern auf die Qualität der bestehenden Interaktion zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden.
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